WEISSES RAUSCHEN DRIFT #
[Intro]
Ich renn vor mir weg, seit die Stille mich zerfrisst,
früher hat's gereicht, wenn der PC neben mir leise zischt.
[Verse 1]
Ich war der Junge, der die Nächte in den Leveln ertrank,
während im Wohnzimmer die Stille wie 'ne Schlinge hang.
Controller in der Hand, doch ich hielt viel mehr fest,
fliehen in Spiele, lieber noch 'ne neue Quest,
Mein Vater schlief am Laptop ein, Schicht auf Schicht in den Knochen,
seine Augen voller Windows, seine Träume nur gebrochen.
Ich hob ihn hoch wie'n Helden, der allein den Endboss gestemmt,
trug ihn wankend bis ins Bett -
Kind spielt Vater, doch der echte Vater pennt.
Mama aus dem Haus, bevor der Morgen mich begrüßt,
zwei Gesichter für die Arbeit, doch keins was für die Schule mit mir übt.
Und als er fiel, richtig fiel, voller Tränen, völlig im Wahn,
hielt ich ihn fest wie ein Anker, nur ein Junge ohne Plan.
[Pre-Chorus]
Seitdem stapel ich die Sorgen von Anderen, die meinen Namen riefen,
das alte weiße Rauschen konnte irgendwann nicht mehr liefern.
Ich hab mich irgendwann nicht mehr gefragt, was ich will,
sondern nur noch, was ich ertrage - und wie viel' Promill'.
[Chorus]
Weißes Rauschen - meine Pause, meine falsche Medizin.
Früher war's der Lüfterton - heute hilft mir nur Chemie zum Fliehn.
Ich renn hinein in meinen Nebel, obwohl ich darin erfrier -
nicht weil ich hoch will, Bruder - weil alles schreit in mir.
[Verse 2]
Weißes Rauschen aus der Kindheit wurde später mein Gericht,
erst ein Klang, der mich beruhigt, heute Zeug, das mich zerbricht.
Ich hab mich selbst in kleinen Dosen immer weiter reduziert,
bis der Junge von damals schweigt - und ein Schatten übrig bleibt, der funktioniert.
Ich hab gelernt, stark zu sein, wenn um mich herum alles fällt,
Ich wirke normal, die Fassade ist passend eingestellt,
Und wenn mir alles zu viel wird, dann zerbricht deine heile,
nicht meine kaputte Welt.
Jede Zeile, die ich schreib, ist wie ein stummer Notruf,
Zeilen schreiben ist wie Herz aufschneiden, alles raus, was mich sucht.
Jede Idee die mir kommt, ein Gedanke den ich nicht versteh,
weil mein Kopf so voll und dann so leer vor lauter Schnee,
[Chorus]
Weißes Rauschen - meine Pause, meine falsche Medizin.
Ich weiß, dass es mich tötet, doch es hilft mir, kurz zu fliehn.
Ich renn hinein in meinen Nebel, obwohl ich darin erfrier -
nicht weil ich hoch will, Bruder - weil alles schreit in mir.
Wenn mein Herz wieder donnert und mein Kopf nichts mehr checkt, (checkt)
renn ich weiter vor mir weg, bis mich keiner mehr entdeckt.
[Verse 3]
Weißes Rauschen war mein Hafen, jetzt bestimmt es meinen Kurs,
such den Frieden in den Flocken, doch es kommt zum Absturz.
Früher war's der Lüfterton, heute pfeif ich mir die Bahn,
eine Stimme sagt "komm runter", doch ich hör sie nicht mehr, man.
Jede Nacht ein neues Schlucken, jedes Dröhnen macht mich taub,
ich verwechsel Ruhe mit Rückzug und die Stille mit dem Staub.
Ich hab gelernt, mich zu verlieren, wenn die Welt wieder kollidiert,
denn wer fällt, fällt immer leiser - bis ihn keiner mehr auf Fotos markiert.
Und ich weiß, dass ich mich töte, wenn ich nach der Pause greif,
doch ich hab mich so oft gefragt: "Was bleibt von mir, wenn nichtmal ich bleib?"
Weißes Rauschen wird zur Flut, die mich hebt und dann verschlingt -
und ich renn, bis ich verschwinde, weil der Schmerz mich sonst bestimmt.
[Outro]
Ich renne.
Ich drifte.
Ich falle.